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Parlamentswahl in Serbien: Ersten Hochrechnungen zufolge hohe Wahlbeteiligung

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Parlamentswahl in Serbien: Ersten Hochrechnungen zufolge hohe Wahlbeteiligung

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In Serbien ist ein neues Parlament gewählt worden. Hochrechnungen zufolge beteiligten sich rund 60 Prozent der mehr als 6,5 Millionen Wahlberechtigten an der Abstimmung. Diese gilt als Scheideweg. Das politische Lager der Demokraten sucht die Annäherung an die Europäische Union, die Nationalisten hingegen lehnen Europa ab. Es war die erste Parlamentswahl nach der Loslösung Montenegros aus der staatlichen Gemeinschaft mit Serbien. Eines der wichtigsten Themen des Waklkampfs war das Kosovo.

Der Westen wünscht sich eine Koalition unter Beteiligung der Demokraten des Staatspräsidenten Boris Tadic und der nationalkonservativen Partei des derzeitigen Regierungschefs Vojislav Kostunica. Er erwarte, dass die Abstimmung das Recht des serbischen Volkes zeige, sich für Europa zu entscheiden, so Tadic. Die Beteiligung galt für den Wahlausgang als entscheidend. Da diese relativ gut war, hat das demokratische Lager Chancen, die Wahl zu gewinnen. “Notwendig ist, dass Serbien in jedem Fall den Weg der Stabilität und Sicherheit fortsetzt. Der sicherste Weg ist der schnellste”, meinte Regierungschef Kostunica. Die Sicherheit und die vermeintliche Bedrohung Serbiens – das sind Themen, die Nationalkonservative und Radikale gemeinsam haben. Tomislav Nikolic ist der Chef der nationalistischen Radikalen, seit sich Vojislav Seselj wegen Kriegsverbrechen vor dem Internationalen Tribunal in Den Haag verantworten muss. “Ich hoffe, dass Serbien nach der Wahl endlich den Kampf gegen die Kriminalität aufnimmt und dass sich eine neue Regierung dafür einsetzt, dass das Kosovo bei Serbien bleibt”, so Nikolic.

Seine Radikalen waren bisher die stärkste Partei im Parlament. Viele Serben befürchten den Verlust der Krisenprovinz, über deren Zukunft die Vereinten Nationen Anfang Februar entscheiden wollen.