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Erneut Shiiten im Visier der Extremisten

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Erneut Shiiten im Visier der Extremisten

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Ein weiterer blutiger Tag im Irak. Im Zentrum von Bagdad sind bei zwei Selbstmordanschlägen auf einen Markt mindestens 75 Menschen ums Leben gekommen. Ueber 150 weitere wurden verletzt. Wegen der Schwere der Verletzungen muss mit einem Anstieg der Opferzahlen gerechnet werden.

Die Attentäter zündeten kurz hintereinander zwei Autobomben. In ihren Fahrzeugen kamen jeweils 85 kg Sprengstoff zur Explosion. Auf dem Haradsch-Markt kaufen und verkaufen vorwiegend Shiiten. Er war schon mehrfach Ziel von Terroranschlägen gewesen. Dieser hier war jedoch der schwerste seit zwei Monaten. Bei einem weiteren Attentat in Baquba, nord-östlich der Haupstadt, wurden mindestens 14 Menschen getötet.

In der kommenden Woche wollen die irakische Regierung und die US-Armee mit der Umsetzung ihres neuen Sicherheitsplans für Bagdad beginnen. Dafür hatte die US-Armee ihre Truppenpräsenz in der Hauptstadt bereits verstärkt.

Islamische Religionsgelehrte appellierten unterdessen an die Iraker, das Blutvergießen zwischen Sunniten und Schiiten zu beenden. In einer gemeinsamen Erklärung der Gelehrten hieß es: “Der Krieg zwischen den Sunniten und Schiiten führt zu einem Zerfall des Iraks und lenkt die Menschen von dem eigentlichen Feind ab, der unserer islamischen Nation auflauert.”
Es sei grundsätzlich eine Sünde, wenn Muslime andere Muslime töteten.