Eilmeldung

Eilmeldung

Serbische Parlamentswahlen - und Kosovo

Sie lesen gerade:

Serbische Parlamentswahlen - und Kosovo

Schriftgrösse Aa Aa

Die meisten Bewohner der Provinz Kosovo interessieren sich nur bedingt für die Parlamentswahlen eines Staates, zu dem sie zumindest offiziell immer noch gehören. Schließlich wurde der UN-Bericht zum endgültigen Status des Kosovo extra wegen dieser Wahl verschoben.

Der “Mann auf der Straße” in Pristina ist einfach nur entsetzt darüber, dass in Serben die radikalen Nationalisten immer noch so großen Zulauf haben. Vor allen offiziellen Gebäuden in Pristina zeigen EU-und UNO- Fahnen an, wo die Kosovaren ihre Zukunft sehen. Ihr Ministerpräsident Agim Ceku sagt zum Wahlergebnis von Belgrad: “ Das serbische Volk hatte die Chance, für die Zukunft zu stimmen. Wie es aussieht haben sich aber viele Wähler für die Vergangenheit entschieden. Das wird Serbiens Weg in Richtung Europa sehr viel langsamer und schwieriger machen. Wir alle hier in der Region wünschen uns, dass Serbien ein demokratisches Land sein möge, das sich mit uns zusammen auf die Europäische Union zubewegt.”

Das klingt schon, als spräche hier der Regierungschef eines souveränen Staates über einen Nachbarstaat.
Auch der Abgeordnete des vor einem Jahr gewählten Kosovo-Parlaments hat eindeutig das Ziel “Unabhängigkeit” vor Augen.
Er äußerst die Hoffnung, Serbien möge sich stabilisieren und die Realitäten im Kosovo verstehen, die auf Unabhängigkeit hinauslaufen würden.

Noch an diesem Freitag will der UN-Vermittler Martti Ahtisaari seine Lösungsvorschläge in Wien den Vertretern der aus USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien bestehenden Kontaktgruppe vorstellen