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Skandal in Nordirland

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Skandal in Nordirland

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Die britische Polizei hat dort über 10 Jahre Verbrechen von protestantischen Untergrundkämpfern gedeckt. Die Mitglieder der Terrorgruppe Ulster Volunteer Force konnten eine Reihe Morde begehen, ohne dass ihnen ernsthafte Strafverfolgung drohte. Die Vorsitzende der Beschwerde-Kommission der Polizei, die den Misstand aufgedeckt hatte, zeigte sich erschrocken. Aber: viele ehrliche Polizisten seien ebenso schockiert. Das hätte nie geschehen dürfen.

Die katholische Sinn-Fein-Partei weigert sich bislang, in einer künftigen gemeinsamen Regierung auch mit der Polizei uneingeschränkt zusammenzuarbeiten – eben weil sie diese im Verdacht hat, dem protestantischen Untergrund nahe zu stehen. Für den Präsidenten der republikanischen Sinn-Fein-Partei, Gary Admas bestätigt sich ein alter Verdacht. Er sagte: “Das war die alltägliche Praxis eines Terrorkrieges um den republikanischen Widerstand zu brechen – aber: das hat nicht funktioniert.”

Zwar hatte die katholische IRA – die der Sinn Fein nahe steht – 2005 den bewaffneten Kampf eingestellt, doch sind die Hoffnungen auf einen endgültigen Frieden in Nordirland nun wieder ein wenig gesunken.