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Tausende bei Trauermarsch für Hrant Dink in Istanbul

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Tausende bei Trauermarsch für Hrant Dink in Istanbul

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In Istanbul haben Tausende Menschen dem armenisch-stämmigen Journalisten Hrant Dink die letzte Ehre erwiesen. Nach der Trauerfeier in der armenischen Patriarchatskirche im Alt-Istanbuler Stadtviertel Kumkapi sollte Dink im engsten Familien- und Freundeskreis im Familiengrab beigesetzt werden. Zu den Begräbnisfeierlichkeiten sind auch Vertreter der armenischen Diaspora aus Frankreich und den USA in die Türkei gereist. Nach einer kurzen Ansprache der Witwe des ermordeten 52-Jährigen nahm der ständig wachsende Trauerzug vom Redaktionsgebäude der armenisch-türkischen Zeitung “Agos” seinen Weg über acht Kilometer quer durch die Stadt. Der wegen seiner kritischen Artikel über den Massenmord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg von den türkischen Nationalisten angefeindete Dink war in der vergangenen Woche auf offener Straße erschossen worden. Zu der Tat bekannte sich ein 17-Jähriger Jugendlicher aus Trabzon am Schwarzen Meer. Polizisten brachten ihn gestern zum Ort des Anschlags, um den Tathergang zu rekonstruieren. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf mögliche Hintermänner, die den jungen Mann zu der Tat angestiftet haben könnten. In Trabzon wurden in Internet-Cafes, die er häufig aufgesucht hatte, mehrere Computer beschlagnahmt. Beobachter vermuten nationalistische Kreise hinter der Tat.