Eilmeldung

Eilmeldung

Libby-Prozess: Cheney in den Zeugenstand?

Sie lesen gerade:

Libby-Prozess: Cheney in den Zeugenstand?

Schriftgrösse Aa Aa

Der US-Regierung droht weiterer Ärger: Im Prozess um die Enttarnung einer CIA-Agentin hat die Anklage Lewis Libby mehrfachen Meineid vorgeworfen. Der frühere Stabschef des US-Vizepräsidenten Dick Cheney habe durch Falschaussagen einen Untersuchungsausschuss behindert. Dieser sollte klären, durch welche Quelle die Identität der Agentin Valerie Plame bekannt geworden war.

Wichtiger Zusammenhang: Ihr Ehemann, der frühere Botschafter Joseph Wilson, hatte zuvor schwere Beschuldigungen gegen George W. Bush erhoben: Der Präsident habe das Land mit falschen Argumenten in den Irak-Krieg geführt. Daraufhin enthüllte ein Kolumnist der New York Times die Identität der damaligen Agentin. Seine Quelle wollte er zunächst nicht Preis geben. Dazu bekannte sich später der frühere Vizeaußenminister Richard Armitage.

Libby sieht sich als Opfer: Vor dem Bundesbezirksgericht in Washington gab sein Verteidiger dem Weißen Haus die Schuld: Libby sei getäuscht worden, um den Chefstrategen des Präsidenten Karl Rove zu schützen. Im Zeugenstand wird auch noch Cheney erwartet – damit würde zum ersten Mal in den USA ein amtierender Vizepräsident in einem Strafprozess aussagen.