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Knessetausschuss gibt Katsav Gnadenfrist

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Knessetausschuss gibt Katsav Gnadenfrist

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Drei Monate hat der israelische Präsident Mosche Katzav Zeit, die Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn zu entkräften. Ein Ausschuss des Parlaments akzeptierte heute in Jerusalem mit knapper Mehrheit, dass Katzav sein Amt solange wegen vorübergehender Amtsunfähigkeit ruhen lassen kann. Der Ausschuss der Knesset forderte ihn aber zugleich auf, ganz zurückzutreten. An seiner Stelle wird Parlamentspräsidentin Dalia Itzik amtieren.

Die israelische Staatsanwaltschaft will den Präsidenten wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Korruption vor Gericht
stellen. Über eine endgültige Anklageerhebung solle allerdings erst nach einer letzten Anhörung Katzavs entschieden werden. “Dies sind keine Momente der Freude oder Größe”, sagte Ausschuss-Mitglied Ruhama Avraham, “sondern der Trauer und der Schande.”

Mehr als 70 Prozent der Israelis wünschen sich laut einer Umfrage einen sofortigen Rücktritt Katzavs. Diese Frauen demonstrieren täglich vor seinem Wohnhaus, um ihn zum Amtsverzicht zu bewegen. “Wir fordern dies, weil er vergessen hat, dass er zugleich ein Symbol dieses Staates ist”, sagt diese Demonstrantin. Es sei eine Schande für die Israelis, besonders für die Frauen und die Demokratie des Landes, meint eine andere. Er solle keine Minute länger in seinem Amt bleiben.

Am Mittwoch sprach Katzav in einer Rede von einer Lügenkampagne und Hexenjagd mit ethnischem Hintergrund gegen ihn. Er kündigte einen erbitterten Kampf zum Beweis seiner Unschuld an.