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Was kostet der Wiederaufbau im Libanon?

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Was kostet der Wiederaufbau im Libanon?

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In Beirut haben sie schon mal selbst angefangen, die Trümmer wegzuräumen. Genauso wie nach dem vorigen Krieg, der 1990 endete. Der hatte 15 Jahre gedauert und seither ist das einstmals blühende Land pleite. Hoffnungslos verschuldet.
Ein unsicherer Kandidat ist es zudem wegen seinen schon wieder in Gewalt ausartenden inneren Konflikten, die praktisch alle Wiederaufbaubemührungen blockieren.

So können denn auch die Bilder der westlichen Staatsmänner, die auf der Geberkonferenz in Paris ihre Hilfszusagen abgeben, sie nicht aus ihrem Fatalismus reissen. “Jetzt versuchen wir es also mit Paris 3,”, kommentiert dieser Libanese die Meldungen von der Geberkonferenz, “ vorher hatten wir die Konferenzen Paris 1 und 2 – seht euch doch mal an, wie wir leben.

Auf mehr als 37 Milliarden Euro belaufen sich Libanons Schulden – Europäische Union und einzelne Staaten haben beträchtliche Summen auf der Konferenz in Paris zugesagt. Auf dem Weg über die Hisbollah haben deren Geldgeber aus dem Iran und auch Quatar sich gereist engagiert.

Der ehemalige libanesische Finanzminister George Crom kritisiert die Haltung, mit der die Regierung Siniora in die Verhandlungen geht. Er sagt: “Die Regierung hat versucht, ein sehr düsteres Bild zu malen – und zwar aus innenpolitischen Gründen, um vom Ausland, von der westlichen Welt Hilfe zu bekommen. Sie hat gesagt, an allem seien die Hisbollah-Aktionen schuld, das müsse man ändern. Es handelt sich aber um weiter reichender Kämpfe, die auch mit der amerikanischen Strategie im Kampf gegen den Terrorismus zu tun haben.”

Libanon braucht soviel Geld, dass die Zahlen schon des Normalbürgers Vorstellungskraft sprengen. Damit aber aus Hilfsgeldern ein wieder funktionierendes Gemeinwesen wird, braucht das Land vor allem den politischen Willen seiner Bürger – und zwar parteienübergreifend.