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Neue britische Taktik in Afghanistan

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Neue britische Taktik in Afghanistan

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Die britischen Truppen in Afghanistan probieren im Kampf gegen die Taliban-Rebellen neue Methoden. Im Mittelpunkt stehen Vorstöße kleiner Einheiten in Taliban-beherrschtes Gebiet. Damit wollen die Briten verhindern, dass die Aufständischen während des Winters Kräfte sammeln können – so wie vor einer Frühjahrsoffensive im letzten Jahr.

Auch mögliche Sympathisanten der Taliban werden festgenommen und verhört. Schwerpunkt dieser Erkundungsmissionen ist die Unruheprovinz Helmand. Seit einem Jahr sind britische Soldaten dort jetzt im Einsatz – insgesamt fünftausend.

Der Kampf gegen die Taliban findet aber nicht nur auf dem Schlachtfeld statt, sondern auch auf den Mohnfeldern. In der Provinz Nengerhar pflügen Traktoren die Mohnpflanzen unter, damit aus ihnen kein Opium und dann auch kein Heroin gemacht werden kann.

Die Menschen dort sehen das mit gemischten Gefühlen: Was er denn ohne den Mohnanbau machen solle, will dieser Bauer wissen; andere Arbeit gebe es doch nicht.

Aus Afghanistan kommen mehr als neunzig Prozent allen Opiums in der Welt. Das Geld dafür hilft auch den Taliban. Entgegen dem Wunsch der USA will die Regierung die Felder aber nicht mit Vernichtungsmitteln besprühen – wie die Amerikaner es zum Beispiel in Kolumbien durchgesetzt haben, im Kampf gegen die dortigen Koka-Pflanzen.

Sie befürchtet, dass dadurch auch andere Pflanzen sowie Tiere geschädigt werden könnten. Sollten andere Vernichtungsmethoden nicht helfen, schließt die afghanische Regierung ein solches Besprühen aber für nächstes Jahr nicht aus.