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Weitere Gewalt zwischen verfeindeten Palästinensern

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Weitere Gewalt zwischen verfeindeten Palästinensern

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Es wird geschossen, getötet und entführt – auch vor der laufenden Kamera eines Reporters gehen die verfeindeten Palästinensergruppen Hamas und Fatah aufeinander los. Hier, in der Stadt Nablus im Westjordanland, wird ein Hamas-Politiker von Fatah-Leuten verschleppt. Eine radikale Fatah-Splittergruppe teilte mit, man habe außerdem noch mindestens zehn Menschen entführt.

Auch im Gazastreifen, dem zweiten Palästinensergebiet, tobt die Gewalt zwischen den beiden Gruppen weiter. Die Hamas-geführte Regierung traf sich zu einer Krisensitzung. Ihr Chef Ismail Hanija wandte sich an seinen politischen Gegner, Präsident Machmud Abbas: Er solle alle Bewaffneten von den Straßen abziehen und die Straßensperren rund um Gaza-Stadt aufheben.

In Gaza-Stadt ist die Hamas besonders stark. Hier hat das öffentliche Leben aber fast aufgehört, nur wenige wagen sich noch auf die Straße. 25 Menschen sind innerhalb weniger Tage bei den Kämpfen gestorben. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld: Der Sprecher der Hamas-Regierung sagt, man versuche, das Blutvergießen zu beenden. Aber man sei überrascht und schockiert über manche Gruppen, die sich gar nicht bemühten, die Lage ruhig zu halten.

Dabei scheint die Gewalt durchaus gleichmäßig verteilt: Im Gazastreifen detonierte ein Sprengsatz im Haus eines Leibwächters; allerdings hielt sich dort keiner auf. Der Mann arbeitet für einen Spitzenvertreter der Fatah, der als möglicher Nachfolger von Abbas gehandelt wird. Außerdem starb ein zwölfjähriger Junge; sein Vater gehört ebenfalls zur Fatah und lieferte sich eine Schießerei mit Hamas-Leuten.