Eilmeldung

Eilmeldung

Abtreibungsgegner demonstrieren in Lissabon

Sie lesen gerade:

Abtreibungsgegner demonstrieren in Lissabon

Schriftgrösse Aa Aa

Mehrere tausend Menschen haben in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon gegen eine Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes demonstriert. Hintergrund ist eine Volksabstimmung zu diesem Thema in zwei Wochen. Nach Polizeiangaben nahmen rund 10 000 Abtreibungsgegner an dem Protestmarsch teil, die Veranstalter zählten doppelt soviele Demonstranten.

An der Kundgebung, die vor einer Frauenklinik begann, nahmen auch Abtreibungsgegner aus Frankreich, Spanien und Italien teil. Das katholische Portugal gehört zu den Ländern mit den strengsten Regeln für einen Schwangerschaftsabbruch in Europa.

In dem Referendum geht es um die Frage, ob in Zukunft für alle Frauen Abtreibungen bis zur 10.Schwangerschaftswoche erlaubt sein sollen oder nicht. Vor 9 Jahren wurde darüber schon einmal abgestimmt. Damals gab es eine hauchdünne Mehrheit gegen eine Neuregelung. Wegen der geringen Wahlbeteiligung wurde das Ergebnis jedoch für ungültig erklärt.

Portugals Regierungspartei, die Sozialisten, sind für eine Gesetzesänderung. “Ich werde mit “Ja” stimmen,” sagte Ministerpräsident Jose Socrates, “weil ich etwas tun will gegen die heimlichen Abtreibungen, die nicht im Einklang mit dem Gesetz sind, das wir jetzt haben. Ich will ein Gesetz, dass nicht in einer Gefängnisstrafe die Lösung sieht, denn Gefaegnis ist keine Lösung, sondern verschärft das Problem nur.”

Mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten müssen am 11.Februar abstimmen, damit das Votum gültig ist. Juengsten Umfragen zufolge könnte es diesmal eine Mehrheit für eine Gesetzesänderung geben.