Eilmeldung

Eilmeldung

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union

Sie lesen gerade:

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union

Schriftgrösse Aa Aa

Einen Streitpunkt hat die Afrikanische Union schnell beseitigt, bei einem anderen wird es etwas dauern. Beim Gipfeltreffen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba will die Union eine Friedenstruppe für Somalia gründen, wo die äthiopische Armee gerade die islamistischen Rebellen vertrieben hat.

Jetzt will Äthiopien seine Soldaten aber schnell wieder aus dem Nachbarland abziehen und hat damit auch schon begonnen: AU-Kommissionspräsident Alpha Oumar Konaré warnt deshalb vor einem Chaos, wenn dafür jetzt in Somalia nicht schnell die afrikanische Fríedenstruppe stationiert werde. Achttausend Mann sollen es werden, die Hälfte ist erst zusammen; vier Länder haben dafür zugesagt.

Für eine andere Friedenstruppe wirbt UNO-Generalsekretär Ban Ki Mun persönlich auf dem Treffen in Addis Abeba: Zwanzigtausend Mann wollen die Vereinten Nationen in die sudanesische Krisenprovinz Darfur schicken, wo seit Jahren Massenmord und Vertreibung an der Tagesordnung sind. Sudan will eine solche Friedenstruppe aber nicht ins Land lassen; der UNO sind damit bisher die Hände gebunden.

Man müsse deshalb den Druck erhöhen, sagt Louis Michel, Entwicklungshilfekommissar der Europäischen Union, der das Gipfeltreffen in Addis Abeba ebenfalls besucht. Rebellen, Milizen, Regierung – von allen müsse jetzt etwas kommen.

Weil das bisher nicht der Fall war, ist Sudan auch mit seinem Plan gescheitert, für ein Jahr den Vorsitz der Afrikanischen Union zu übernehmen. Die Bedenken innerhalb des Bündnisses wegen der Zustände in Darfur waren zu groß, es ging sogar bis zur Austrittsdrohung des Nachbarlandes Tschad. Auch westliche Länder und Hilfsorganisationen hatten eine mögliche AU-Präsidentschaft Sudans kritisiert. Jetzt wird es das westafrikanische Ghana sein, das die Union für ein Jahr führt.