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Was ist das Besondere an den Schiiten?

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Was ist das Besondere an den Schiiten?

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Das Wort Schiiten kommt von “Schia” – die Partei. Ihre Anhänger nennen sich selbst “die Partei Alis”. Damit ist man schon beim Chisma – dem Bruch im ismalischen Glauben. Es geht um die Nachfolge des Propheten Mohammed, der keine eigenen Söhne hinterließ. Die Schiiten meinen, der Nachfolger müsse immer aus der Familie des Propheten kommen – weshalb sie seinem Schwiegersohn Ali den Vorzug gaben. Als der 661 starb, kam wieder ein Familienfremder an die Macht.

Gegen den führte Alis Sohn Hussein einen Aufstand an. Das war 680. Heute wird am Feiertag nachgespielt, wie es für Hussein und die seinen ausging. Sie wurden bei Kerbela niedergemetzelt. Samt Frauen und Kindern. Ebraim Jafari, ein Gläubiger aus Teheran, erklärt, dass die Schiiten noch heute von “der Tragödie von Kerbala” und von ihrem “Märtyrer Hussein” sprechen, weshalb Märtyrertum in ihrem Glauben eine wichtige Rolle spiele.

“Aschura” heisst dieser höchste religiöse Feiertag der Schiiten, der an Kerbela erinnert. Zu ihren Trauerritualen gehören auch blutige Selbst-Kasteiungen. Die Schiiten halten daran fest mit der Entschlossenheit, die man oft bei Minderheiten beobachten kann. Sie stellen in der großen islamischen Familie nur eine Minderheit von etwa zehn Prozent.

Dazu gehören auch jene aus der “Partei Gottes”, der Hisbollah. Die Schiiten vertreten die Ansicht, dass nur der Imam, der Vorsteher der Gemeinde, die richtige Auslegung des Koran kenne, die gewöhnlichen Gläubigen verborgen bleibe. In Iran, Aserbaidschan, Irak und Bahrain stellen die Schiiten heute die Mehrheit der Bevölkerung. Kleine Gemeinden leben in Libanon, Kuweit, Pakistan, Afghanistan bis hoch in die Himalaja-Regionen von Indien und Kaschmir.