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Foltervorwürfe gegen Libyen

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Foltervorwürfe gegen Libyen

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Die libysche Polizei hat möglicherweise die Geständnisse von fünf bulgarischen Krankenschwestern und einem palästinensischen Arzt mit Folter erzwungen – so der Vorwurf des bulgarischen Generalstaatsanwaltes. Die sechs Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, weil sie 400 Kinder mit dem Aids- Virus infiziert haben sollen. Das Urteil war erst kurz vor Weihnachten 2006 von einem Libyschen Gericht bestätigt worden. Sie sechs Todeskandidaten stehen mittlerweile wieder vor Gericht – diesmal wegen Beleidigung von Polizeibeamten. Der bulgarische Generalstaatsanwalt nannte diesen weiteren Prozess zynisch. Er kündigte ein Ermittlungsverfahren über die Foltervorwürfe an.

Ein Sohn des Libyschen Revolutionsführers Gaddafi sagte unterdessen, die Frauen sollten nicht hingerichtet werden. Er habe einen möglichen “Kompromiss” bereits mit dem französischen und dem deutschen Außenminister erörtert. Der Plan sehe eine “ernstzunehmende Abfindung” für die betroffenen Familien und einen Dialog zwischen den Familien und Vertretern der EU vor.

Die fünf Schwestern und der Arzt waren Mitarbeiter eines Krankenhauses. Sie sollen dort die Kinder absichtlich infiziert haben. Experten hatten nachgewiesen, dass die Aids- Epidemie aber bereits vor dem Eintreffen der Krankenschwestern ausgebrochen war und machen die hygienischen Verhältnisse in dem Krankenhaus dafür verantwortlich.