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Gnade für die letzten RAF-Terroristen?

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Gnade für die letzten RAF-Terroristen?

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Dies sind die Bilder vom Ende der Terroristenkarriere der Brigitte Mohnhaupt. Im November 1982 wurde die Frau verhaftet, die als “Frontkommandantin” der 2. RAF-Generation agierte. Zusammen mit dem 5 Tage später gefassten Christian Klar wurde sie wegen mehrerer Morde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Doch auch “Lebenslänglichen” soll nach deutschem Rechtsverständnis eine Hoffnung auf Rückkehr in die Gesellschaft bleiben. Es ist jeweils Sache des zuständigen Gerichtes festzulegen, wann eine vorzeitige Haftentlassung möglich wäre. Im Fall Mohnhaupt ist dieser Moment gekommen.

Anders sieht es bei Christian Klar aus, der an den Morden an Generalbundesanwalt Siegfried Buback, an Bankier Jürgen Ponto und an Arbeitsgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer beteiligt war. Für ihn kommt eine vorzeitige Freilassung frühestens 2009 in Frage, hat das Gericht entschieden. Eine frühere Freilassung wäre nur per Gnadenerlaß des Bundespräsidenten möglich. Vor drei Jahren hatte der damalige Bundespräsident Rau ein solches Gnadengesuch mit der Begründung abgelehnt, Klar lasse die Einsicht in seine Schuld vermissen.

Und genau das beklagen die Angehörigen der Opfer auch heute. Nicht nur die Witwe von Hanns-Martin Schleyer wartet auf ein Wort des Bedauerns.

Weder Mohnhaupt noch Klar haben sich eindeutig von ihren Taten distanziert oder gar Reue gezeigt – das irritiert nicht nur den Schleyer-Sohn Dirk, der sagt: “Ich glaube, es geht wie bei vielen Dingen im Leben einfach um die Geste – vor allem meiner Mutter gegenüber. Das ist das, was mich traurig macht. Es ist mir unverständlich, dass man, wenn man den Antrag stellt, nicht auch den Weg geht, zu sagen, was ist damals eigentlich passiert, was habe ich angerichtet, was habe ich hinterlassen.”

Der heutige Generalstaatsanwalt von Stuttgart, Klaus Pflieger, verweist trotz der Gedenken wegen fehlender Reue auf die Position des Rechtsstaates. Er sagt: “Ich merke auch, wie viele Leute zunächst mal kopfschüttelnd sagen: Wie kann man so jemand wieder auf freien Fuß lassen, dass sie aber dann irgendwann mal erkennen, dass diese Geschichte strafrechtlich erledigt ist. Das zeigt die Souveränität unseres Staates, dass wir solchen Leuten auch wieder die Hand reichen.”