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Bauernführer José Bové will ins Elysée

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Bauernführer José Bové will ins Elysée

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Der französische Globalsierungskritiker und Bauernführer José Bové hat offiziell seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen angekündigt. Er trete als Repräsentant der “anti-liberalen Linken” und “Fürsprecher der Stimmlosen” an, sagte der 53-Jährige heute in Saint-Denis bei Paris. Bové ist der fünfte Vertreter des Links-Lagers, das sich im Vorfeld nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnte. Sein Name verkörpere den gemeinsamen Willen, die Rechte zu schlagen und der Linken Hoffnung auf eine Alternative zu geben, erklärte Bové.

Der Bauernführer mit dem Asterix-Bart machte in der Vergangenheit immer wieder mit spektakulären Aktionen von sich reden. In den 80er Jahren organisierte er Protestveranstaltungen gegen die europäische Agrarpolitik und verbrachte bereits mehrere Wochen im Gefängnis. Zuletzt 2002. Damals begab er sich mit dem Traktor zur Haftanstalt. Grund für die dreimonatige Gefängnisstrafe war die Beschädigung der Baustelle eines McDonald’s-Schnellrestaurants in Südfrankreich 1999. Bové protestierte damit gegen das Fastfood sowie die von den USA erhobenen Zollsanktionen gegen europäische Produkte.

Am nächsten Mittwoch soll der Pariser Kassationshof in letzter Instanz entscheiden, ob Bové wegen der Zerstörung eines Genmais-Feldes Ende 2005 vier Monate in Haft muss. In dem Fall wäre er von den Wahlen ausgeschlossen.