Eilmeldung

Eilmeldung

Italien will Lebensgemeinschaften zulassen

Sie lesen gerade:

Italien will Lebensgemeinschaften zulassen

Schriftgrösse Aa Aa

Italien, das Land der katholischen Ehe: auch das ist nicht mehr, wie es einmal war. Die Mitte-Links-Regierung will jetzt auch eheähnliche Gemeinschaften zulassen, und nicht nur das – auch für gleichgeschlechtliche Paare soll das gelten, also für Schwule und Lesben.

Am Abend hat die Regierung eine erste Hürde genommen, sich nämlich im Parlament erst einmal den Auftrag dafür geholt. Die Abgeordnetenkammer stimmte mit 301 zu 266 Stimmen dafür, dass die Regierung jetzt einen Gesetzentwurf vorlegen soll – trotz erbitterten Widerstands der Opposition aus Richtung Mitte-Rechts: Der heilige Stand der Ehe dürfe nicht angetastet werden, sagt zum Beispiel einer ihrer Abgeordneten.

Nicht weit entfernt, im Vatikan, sieht man das ganz genau so: Der Papst hat das Vorhaben sogar gefährlich genannt, weil es Ehe und Familie schwäche. Auch im Regierungsbündnis sorgt der Plan durchaus für Spannungen zwischen den linken Parteien und den katholischen Kräften. Einige Abgeordnete enthielten sich an diesem Abend der Stimme, weil sie als Katholiken hier vor einer Gewissensfrage stehen.

Aber die Opposition ist genau so wenig einheitlich dagegen. Und die Italiener allgemein sehen die eheähnlichen Gemeinschaften offenbar sowieso wesentlich entspannter: Gut zwei Drittel sind nach den letzten Umfragen dafür.