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"Charlie Hebdo" verhöhnt den "Mittelalter-Prozess" um die Mohammed-Karrikaturen

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"Charlie Hebdo" verhöhnt den "Mittelalter-Prozess" um die Mohammed-Karrikaturen

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Frankreich wird erneut von dem Streit um die Mohammed-Karikaturen eingeholt. Heute begann der Prozess gegen das Satire-blatt Charlie Hebdo. Vor einem Jahr hatte es die in einer dänischen Zeitung erschienenen Zeichnungen nachgedruckt und eigene hinzugefügt. Die Folge war eine Klage der Union islamischer Organisationen Frankreichs und der Moschee von Paris. Sie lautete: Oeffentliche Beleidigung einer Personengruppe wegen ihrer Religion.

“Ein Prozess wie im Mittelalter”, empört sich Chefredakteur Philippe Val. Und der Rektor der Moschee von Paris bekräftigt:
“Bei solchen Aggressionen empfehlen wir von nun an unseren Moslems, den Justizweg zu gehen”. Um drei Karikaturen geht es: Mohammed mit einer Bombe auf seinem Turban, ein weitere, auf der Mohammed Selbstmordattentäter mit den Worten “Stop – Wir haben keine Jungfrauen mehr auf Lager” abhält. Und die dritte beanstandete Karikatur ist das Titelbild des “Charlie Hebdo”: Der Prophet stützt den Kopf in seine Hände. Darunter die Zeile: “Schlimm, von Idioten verehrt zu werden.”

Mit den Karikaturen wollte das Wochenblatt der Welle gewalttätiger Demonstrationen im Februar 2006 entgegentreten. Ebenso dem Boykott dänischer Produkte. Wie hier in Syrien wurden arabische Länder von einer Protestwelle ergriffen. Charlie Hebdo und seinem Chefredakteur drohen bis zu sechs Monate Gefängnis und 23.000 Euro Strafe.