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Französischer Globalisierungsgegner Bové ins Gefängnis

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Französischer Globalisierungsgegner Bové ins Gefängnis

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Der französische Globalisierungsgegner und Präsidentschafts-kandidat José Bové muss für vier Monate ins Gefängnis. Ein Berufungsgericht in Paris bestätigte die von einer unteren Instanz verhängte Haftstrafe, die nicht zu Bewährung ausgesetzt wird.

Bové war wegen der Vernichtung von gentechnisch verändertem Mais verurteilt worden. Wer für Ideen kämpfe, müsse auch Haftstrafen in Kauf nehmen, sagte Bové, für den das Gefängnis keine neue Erfahrung sein wird. Man müsse in diesem Kampf seiner Verantwortung gerecht werden – ganz wie die Regierung der ihren. Bové fügte hinzu, dass er auch während der Haftstrafe die bürgerlichen Ehrenrechte innehabe und somit weiterhin Präsidentschaftskandidat sei.

Der radikale Bauernführer begab sich einst mit seinem Traktor auf den Weg ins Gefängnis: Vor acht Jahren wurde er landesweit populär, als er mit einer Gruppe von Bauern ein McDonalds-Schnellrestaurant zerstörte – aus Protest gegen eines US-Importverbot für französischen Käse. Dafür erhielt er eine Haftstrafe von drei Monaten. Mit der neuerlichen Haftstrafe wird eine Aktion im Sommer 2004 geahndet: Bové hatte mit Gesinnungsgenossen auf einem Feld im Department Haute-Garonne gentechnisch veränderten Mais vernichtet. Wann er die Haftstrafe antreten muss, blieb zunächst offen.