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Italiens Justiz klagt US-Soldaten an

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Italiens Justiz klagt US-Soldaten an

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Die italienische Justiz will einen US-Soldaten wegen eines Tötungsdeliktes im Irak anklagen. Mario Lozano soll im Jahr 2005 den italienischen Geheimagenten Nicola Calipari erschossen haben, als dieser die nach einer Entführung freigelassene Journalistin Giuliana Sgreni zum Bagdader Flughafen begleitete. Calipari wurde in Italien zum Helden, weil er die Journalistin seinerzeit vor den Schüssen des Soldaten rettete. Er hatte Sgreni mit seinem eigenen Körper geschützt, als das Fahrzeug an einem US-Checkpoint auf der Straße zum Flughafen gestoppt wurde und der Amerikaner das Feuer eröffnete. Der Tod des Agenten sorgte für erheblichen politischen Wirbel in Italien. Die Entscheidung der Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Soldaten zur Unterstützung der USA in den Irak zu entsenden, wurde heftig kritisiert. Sgreni sagte, sie interessiere vor allem die Wahrheit. Sollte der Anwalt Lozanos argumentieren, dieser habe auf Anweisung gehandelt, so interessiere sie, wer welche Anordnungen gegeben habe. Der Prozess gegen Lozano soll am 17. April eröffnet werden. Der Amerikaner wird außerdem des versuchten Mordes an dem Fahrer des Wagens sowie an Sgreni angeklagt. Wahrscheinlich wird Lozano in Abwesenheit verurteilt, weil die US-Streitkräfte seinen Aufenthaltsort geheimhalten.