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Prozess um Mohammed-Karikaturen in Paris

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Prozess um Mohammed-Karikaturen in Paris

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Ein Jahr nach Veröffentlichung umstrittener Karikaturen des Propheten Mohammed hat in Paris ein Prozess gegen das französische Satiremagazin “Charlie Hebdo” begonnen. Es hatte die zwölf in der dänischen Zeitung “Jyllands Posten” veröffentlichten Karikaturen nachgedruckt und eigene dazu
gestellt.

Der Anwalt der Kläger – des Verbandes der islamischen Organisationen in Frankreich und der großen Moschee von Paris – argumentiert, im Text würden alle Moslems als Idioten bezeichnet. Diese Beleidigung verletzte das Prinzip des Zusammenlebens und sei nicht im Sinne französischer Gesetze.

Um diese Karikaturen geht es: Mohammed, der klagt “ schlimm von Idioten geliebt zu werden” ,stammt vom “Charlie-Hebdo”-Zeichner, die Bombe im Turban und “Stopp, wir haben keine Jungfrauen mehr” sind aus “Jyllands Posten” Dänische Journalisten kamen zum Prozess, um ihren französischen Kollegen beizustehen “Wenn man seine Meinungsfreiheit nicht nutzt, kann das zur Begrenzung der Freiheiten führen, auf denen unsere Gesellschaft aufgebaut ist,” betonte Ralph Pittelkow”.

Falls das Gericht den Argumenten der Kläger folgt, die Redaktion von “Charlie hebdo” habe mit einem “vorsätzlichen Akt der Aggression” das Ziel verfolgt “religiöse Gefühle zu verletzten”, drohen dem Chefredakteur bis zu 6 Monate Haft und mehr als 20.000 Euro Geldstrafe.

Chefredakteur Philip Val erklärt, man brauche sich die Bilder nur anzusehen, um zu verstehen, dass damit keine Beleidigung von Moslems beabsichtigt werde. Ein gläubiger Moslem könne sich vielleicht verletzt fühlen. Aber die Demokratie sei genau der Ort der Debatte, bei der man nun einmal Sachen zu hören bekäme, die verletzten könnten.

Der Feuilleton-Chef von “Jyllands-Posten”, der die umstrittenen Karikaturen als erster veröffentlichte, warnte vor den Konsequenzen nicht nur für Frankreich – sondern auch für Europa, wenn die Zeitschrift den Prozess verliere. Die bis dahin international kaum bekannte dänische Zeitung “Jyllands Posten” hatte die Karikaturen im September 2005 veröffentlicht. Der Streit darum führte zu einer Welle anti-dänischer Gewalt in der muslimischen Welt .