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Streit um Bauarbeiten an Jerusalemer Tempelberg

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Streit um Bauarbeiten an Jerusalemer Tempelberg

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An den heiligen Stätten von Jerusalem sorgen Bauarbeiten für Spannungen zwischen Juden und Moslems. Seit längerem führt nur eine notdürftige Brücke aus Holz und Wellblech hinauf zum berühmten Tempelberg, oberhalb der jüdischen Klagemauer. Eine Erdrampe war zuvor eingestürzt; jetzt soll hier ein ansehnlicherer Zugang entstehen. Die Arbeiten werden auch gleich genutzt für archäologische Ausgrabungen; Moslems sehen dadurch die benachbarte Al-Aksa-Moschee in Gefahr, einen ihrer heiligsten Orte. Man sei hier völlig außerhalb des Tempelbergs, sagt aber der israelische Chefarchäologe Gidon Avni; die Mauer sei fünfzig Meter weg. Es gebe keine Arbeiten innerhalb.

Nicht alle Palästinenser lassen sich davon besänftigen: Einige rufen jetzt zum Widerstand auf und drohen Israel mit neuer Gewalt. In den Palästinensergebieten kam es zu Protesten. So wurden in Bethlehem, das an Jerusalem grenzt, israelische Soldaten am Grenzposten mit Steinen beworfen. Die Truppen wehrten sich mit Tränengas. Auch die Nachbarländer Jordanien und Syrien verurteilen die Ausgrabungen an den historischen Orten am Tempelberg. Das jordanische Königshaus sieht sich traditionell als Hüter der islamischen Stätten in Jerusalem.