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Der Tempelberg von Jerusalem

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Der Tempelberg von Jerusalem

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So problematisch wird die Sache, weil der Tempelberg von Jerusalem gleich drei Religionen als heiliger Ort gilt. Im jüdischen Glauben ist er “der Nabel der Welt”, weil hier 957 vor Christus unter König Salomo der erste Tempel erbaut wurde.
Zweimal wurde er zerstört. Seither ist der Wiederaufbau des Tempels zu Jerusalem das zentrale Anliegen jüdischer Gebete.

Die aktuellen Arbeiten bezeichnet Israels Altertumsbehörde als Notgrabung, weil vor 3 Jahren eine Fußgängerbrücke durch Regen und andere Wettereinflüsse beschädigt worden sei, so dass man etwas tun müsse, damit die Touristen weiterhin sicher auf den Tempelberg gelangen können. Die Brücke führt aber ausgerechnet über den Eingang zur Al-Aqusa-Moschee – man kenne die damit verbundenen Sensibilitäten, sagt der israelische Archäologe.

Sensibel an der Lage ist, dass ein Heiligtum neben und teilweise auf dem anderen steht. Vom Tempel der Juden ist nur noch die Westmauer übrig – besser bekannt als “Klagemauer”. Darüber wurde nach der muslimischen Eroberung Jerusalems im 7. Jahrhundert die Al-Aqusa-Moschee errichtet, der dritt-heiligste Ort des Islam. Der Zugang für die Moslems könnte durch die Bauarbeiten an der Brücke beschädigt werden, lautete deren Befürchtung.

Das gegenseitige Mißtrauen dauert schon so lange wie der Nahost-Konflikt. So haben Moslems mit dem Bau einer unterirdischen Moschee begonnen, weshalb Israelis befürchten, dass dadurch archäologische Zeugnisse jüdischer Vergangenheit zerstört werden könnten.

Als vor elf Jahren israelische Archäologen einen Tunnel zur Erforschung der eigenen Geschichte in den Berg bohrten, führte das zu blutigen Zusammenstößen. Hier treffen eben Menschheitsgeschichte, religiöser Glaube und aktuelle politische Konflikte aufeinander. Wer nachlesen möchte über diesen Ort, der schlage nach im Alten Testament, Genesis 22, Vers 2 und im Koran, Sure 17, Vers 1.