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Kampagnen-Endspurt vor portugiesischem Abtreibungs-Referendum

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Kampagnen-Endspurt vor portugiesischem Abtreibungs-Referendum

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Zwei Tage vor dem Abtreibungs-Referendum in Portugal versuchen die gegnerischen Lager, ihre Anhänger zu mobilisieren und Unentschlossene zu überzeugen. In jüngsten Umfragen zeichnete sich eine knappe Mehrheit für den Reformvorschlag der sozialistischen Regierung ab. Danach wäre ein Schwangerschaftsabbruch künftig in den ersten zehn Wochen erlaubt. Bei einer Veranstaltung der Ja-Kampagne erklärte Ministerpräsident José Socrates, nur das Votum der Portugiesen könne an den gegenwärtigen Verhältnissen etwas ändern. Er rief die Portugiesen dringend zur Teilnahme an der Abstimmung auf. Vor knapp neun Jahren scheiterte eine Reform-Initiative, weil mehr als zwei Drittel der Stimmberechtigten nicht zur Abstimmung gingen. Durch Stimmenthaltung schicke man Frauen weiter ins Gefängnis, heißt es auf Plakaten der Ja-Kampagne. Auch die Gegner der Reform kämpfen um jede Stimme. Sie haben die Untersützung der katholischen Kirche. Der Bischof von Braganca erklärte, die Abtreibung sei eine Spielart der Todesstrafe.

Abtreibungen verursachten schwere seelische Schäden, sagte eine Reformgegnerin. Es müsse eine andere Lösung angeboten werden, damit die Frau auch mit einem Kind eine gute Lebensqualität habe. Dafür müsse auch die nötige psychologische Hilfe angeboten werden.

Gegenwärtig hat Portugal eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze in Europa – zusammen mit Polen, Irland und Malta.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Portugal nur erlaubt, wenn die Frau vergewaltigt wurde, ihr Leben in Gefahr ist, oder das Kind schwer behindert sein würde.