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Keine Lösung im Streit am Tempelberg

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Keine Lösung im Streit am Tempelberg

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Sowohl für die Juden als auch für die Moslems ist der Tempelberg in Jerusalem ein heiliger Ort: Die einen beten unten an der so genannten Klagemauer, die anderen oben in ihren Moscheen, unter anderem der Al-Aksa-Moschee.

Ein Behelfsaufgang auf den Berg soll jetzt neu gebaut werden; es ist der Zugang zum Maghrebiner-Tor, der einzige für Nicht-Moslems. Bei dieser Gelegenheit graben unten auch gleich die Archäologen. Die Moschee oben ist nur einige Meter entfernt: Kein Problem für Israel, aber ein großes für viele Moslems.

Das hier sei ein empfindliches Gebiet, sagt der israelische Parlamentsabgeordnete Achmed Tibi, einer der Araber in der Knesset. Alles, was Israel hier tue, werde als Provokation empfunden. Es verletze die Gefühle der ganzen islamischen Welt.

Nach tagelangen gewaltsamen Protesten hat die Stadt Jerusalem die Arbeiten nun teilweise gestoppt; die umstrittenen Ausgrabungen laufen aber weiter. Das geht den Arabern nicht weit genug; den Nationalisten im Parlament dagegen schon viel zu weit. Aus Angst jetzt aufzuhören, sei der Anfang vom Ende, sagt der rechte Abgeordnete Benny Elon. Er hoffe, dass andere den falschen Beschluss des Bürgermeisters wieder zurechtrücken.

Die gewaltsamen Proteste gehen weiter, an diesem Tag im palästinensischen Westjordanland. In der Stadt Hebron demonstrieren Hunderte gegen die Bauarbeiten in Jerusalem; es kommt erneut zu Zusammenstößen mit der israelischen Polizei.