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Mammutverfahren in Paris wegen Erika-Katastrophe

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Mammutverfahren in Paris wegen Erika-Katastrophe

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Sieben Jahre nach dem Untergang des Öltankers “Erika” vor der Bretagne hat der Prozess zur Klärung der Schuldfrage für eine der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte Frankreichs begonnen.

Angeklagt sind in Paris unter anderem der Mineralölkonzern “Total”, sowie der Besitzer und der flüchtige Kapitän des Schiffes.

In dem Mammutverfahren treten insgesamt 74 Kläger auf, einer von ihnen ist Phillipe de Villiers, der Präsident des Generalrates des mit am stärksten betroffenen Departements Vendée.

“Wäre man sich bei Total dessen bewußt gewesen, daß man eines Tages zur Rechenschaft gezogen werden kann, hätte man das marode Schiff nicht benutzt”, so de Villiers.

Der Anwalt des Mineralölkonzerns wies alle Vorwürfe zurück und äußerte:

“Total verwendet nur geprüfte Schiffe mit entsprechenden Sicherheits-Zertifikaten. In diesem Fall waren alle Papiere ordnungsgemäß, das Schiff genoß einen guten Ruf. 15 Monate vor dem Unfall ist es generalinspiziert worden.”

Der Tanker “Erika” hatte im Dezember 1999 einem schweren Sturm nicht standgehalten, zerbrach in zwei Teil und ging unter.

Rund 20.000 Tonnen Schweröl waren damals ausgelaufen, 400 Kilometer der französischen Atlantikküste wurden verschmutzt.

Bis zu 150.000 Seevögel fielen der Ölpest zum Opfer.

Zahlreiche Nebenkläger fordern in dem Prozeß, der auf vier Monate anberaumt ist, Schadensersatz – darunter auch der französische Staat, der 153 Millionen Euro für die Säuberungskosten seiner Strände beansprucht.