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Mesic weist EU-Kritik zurück

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Mesic weist EU-Kritik zurück

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Der kroatische Präsident Stjepan Mesic hat die Kritik an seinen Äußerungen gegen den italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano als ungerechtfertigt zurückgewiesen. Die EU-Kommission hatte Mesic kritisiert, weil er Napolitano “offenen Rassismus, historischen Revisionismus und politischen Revanchismus” vorgeworfen hatte. Kroatien verhandelt derzeit mit der Europäischen Union über eine Mitgliedschaft.
Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde sagte in Brüssel, die Sprache, die Mesic benutzt habe, sei
“unangemessen”. Erregte Wortwechsel dieser Art zeigten, wie wichtig die europäische Integration für die Schaffung von Vertrauen sei. Napolitano hatte bei einer Gedenkveranstaltung unter anderem einen angeblichen slawischen Plan der “Annexion italienischer Gebiete” kritisiert und von einer – so wörtlich – “blutdürstigen Wut” gesprochen, die düster an “ethnische Säuberung” erinnere. Es ging um das Gedenken an mehrere tausend Italiener, die bei Kämpfen mit Partisanen des Jugoslawen Josip Broz Tito zwischen 1943 und 1946 getötet wurden. Damals waren jugoslawische Kräfte nach Istrien und Dalmatien einmarschiert, das seit den 20er-Jahren zu Italien gehörte. Bis zu 15.000 Italiener wurden getötet. Die Kommissionssprecherin sah sich nicht in der Lage, die Frage zu beantworten, ob auch die Äußerungen Napolitanos “unangemessen” seien.