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Serbisches Parlament lehnt Kosovo-Plan ab

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Serbisches Parlament lehnt Kosovo-Plan ab

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Das serbische Parlament berät bei seiner ersten Sitzung nach der Wahl über den UNO-Vorschlag für die Zukunft der abtrünnigen Provinz Kosovo. Auf eine breite Ablehnung haben sich alle Parteien aber schon vorher geeinigt. Eine gemeinsame Erklärung nennt den Plan von Vermittler Martti Ahtisaari eine Verletzung der serbischen Souveränität.

Das Kosovo wird zu neunzig Prozent von Albanern bewohnt und steht seit 1999 unter UNO-Verwaltung. Der Vorschlag sieht eine weitgehende Unabhängigkeit unter internationaler Überwachung vor. Das Kosovo bekäme zum Beispiel eigene Flagge und Hymne und könnte eigenständiges Mitglied internationaler Organisationen wie der UNO werden. Zum Missfallen der Albaner bekäme aber auch die serbische Minderheit mehr Rechte und mehr Eigenständigkeit.

Am Wochenende protestierten deshalb Kosovo-Albaner, denen der Ahtisaari-Plan nicht weit genug geht. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der UNO-Polizei. Zwei Männer starben durch Gummigeschosse von Polizisten; ein dritter liegt noch im Koma. Die UNO-Verwaltung hat den Chef der Polizeitruppe deshalb jetzt zum Rücktritt aufgefordert; am Abend folgte der britische Offizier dieser Aufforderung. Zuvor war schon der Innenminister des Kosovo zurückgetreten.