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Estnisches Parlament gegen sowjetisches Kriegerdenkmal

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Estnisches Parlament gegen sowjetisches Kriegerdenkmal

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Sowjetische Kriegerdenkmäler sind nicht nach jedermanns Geschmack: Das gilt auch für ein Denkmal im Zentrum der estnischen Hauptstadt Tallinn. Das estnische Parlament hat heute – wenn auch mit knappster Mehrheit von 46 gegen 44 Stimmen – ein umstrittenes Gesetz über Kriegsgräber gebilligt, das auch die Beseitigung des sowjetischen Ehrenmals vorsieht.

Beim großen Nachbarn Russland ist man empört: Aus dortiger Sicht steht das Denkmal für die Befreiung Estlands von den Nazis 1944. Viele Esten sehen es aber als Symbol für jahrzehntelange Besetzung. Bis 1991 war Estland eine Sowjetrepublik; erst mit dem Ende der Sowjetunion wurde es wieder eigenständig.

Für den Abriss des Kriegerdenkmals wären jetzt dreißig Tage Zeit. Noch hat aber Staatspräsident Toomas Ilves Zweifel, ob das Gesetz verfassungsgemäß ist. Damit bleibt seine Unterschrift noch aus – und der Rotarmist von Tallinn vorerst noch stehen.