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Holocaust-Leugner Zündel zu Haft verurteilt

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Holocaust-Leugner Zündel zu Haft verurteilt

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Wegen Leugnung des Holocausts ist der deutsche Neonazi Ernst Zündel zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Nach einjähriger Verhandlung verhängte das Landgericht Mannheim damit die Höchststrafe. Die Richter hatten vierzehn Fälle von Volksverhetzung festgestellt.

Der 67-jährige Zündel wohnte die meiste Zeit seines Lebens in Kanada; schon 1958, als junger Mann, war er ausgewandert. Von dort aus betrieb er weltweit rechtsextreme Propaganda. Den Massenmord an Juden in der Nazizeit nannte er eine Geschichtsfälschung; die Existenz von Gaskammern bestritt er.

Die Anklage stützte sich auf Zündels Schriften, darunter Bücher und so genannte Germania-Rundbriefe, sowie auf seine Internet-Seite, die er bereits 1994 eingerichtet hatte. Zündel wurde schon 2003 in Kanada inhaftiert, das ihn als Risiko für die nationale Sicherheit sah. Vor zwei Jahren wurde er nach Deutschland abgeschoben und kam hier ebenfalls in Untersuchungshaft. Die Haftzeit in Kanada wird ihm auf sein Urteil nicht angerechnet.