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"Jahrhundertprozess" In Madrid: Hauptbeschuldigter weißt Vorwürfe von sich

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"Jahrhundertprozess" In Madrid: Hauptbeschuldigter weißt Vorwürfe von sich

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Auftakt im Madrider Terrorprozess. Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. März 2004 müssen sich seit gestern 29 Angeklagte verantworten. Einer der Hauptbeschuldigten, der 35-jährige Ägypter Rabei Osman El-Sayed, antwortete nur auf die Fragen seines Rechtsanwaltes, ignorierte die Kammer und stritt eine Beteiligung an den Anschlägen ab. Er erklärte darüber hinaus, dass er die Bombenanschläge aus voller Überzeugung verurteile.

Zu den Hauptangeklagten gehören neben dem Ägypter noch zwei Marokkaner und ein Syrer, die einen Teil der Bomben in die Züge gebracht haben sollen. Sie sollen heute bei der Fortsetzung des Prozesses befragt werden.

Zahlreiche Opfer und Hinterbliebene waren zum Prozessauftakt anwesend. Pilar Manjon, Vorsitzende der Hinterbliebenen-Organisation, sagte, das Verfahren sei der erste Lichtblick seit langem. Der Prozessbeginn sei ein Triumph für alle Opfer und deren Angehörige.

Während einige den mutmaßlichen Tätern nicht ins Gesicht schauen konnten, hat die Mutter eines Anschlagsopfers die Angeklagten genau studiert: “Sie sind sehr entspannt und überhaupt nicht nervös. Sie hören sich alles genau an und scheinen keine Angst zu haben. Ich habe ihre Gesichter genau gesehen.”

Bei den Anschlägen auf vier Pendlerzüge waren am 11. März 2004 191 Menschen getötet und mehr als 1.800 verletzt worden.