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Mailänder Gericht erhebt Anklage wegen "Überstellungen" von Terrorverdächtigen an

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Mailänder Gericht erhebt Anklage wegen "Überstellungen" von Terrorverdächtigen an

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Ein Gericht in Mailand hat wegen der umstrittenen CIA-Gefangenentransporte Anklage gegen 26 US-Bürger erhoben. Die meisten von ihnen sind CIA-Agenten. Ihnen soll wegen der sogenannten “Überstellungen” von Terror-verdächtigen der Prozess gemacht werden.

Als Zeuge will dem Vernehmen nach der frühere islamische Geistliche Abu Omar aussagen. Er war nach Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft 2003 von CIA-Agenten in Mailand entführt und nach Ägypten gebracht worden, wo er schwer gefoltert wurde.

Der damalige Chef des italienischen Militär-Geheimdienstes, Nicolo Pollari, wurde wegen des Vorfalls entlassen. Er gehört zu den insgesamt sechs Italienern, gegen die in Mailand ebenfalls Anklage erhoben wurde. Für die Behörden sind nur die Italiener greifbar: Es gilt als äusserst unwahrscheinlich, dass die USA ihre 26 Bürger, darunter CIA-Agenten, an Italien ausliefern wird.

Am vergangenen Mittwoch kritisierte das Europaparlament Regierungen von EU-Mitglieds-staaten, die geholfen hätten, die Entführungen von Terrorverdächtigen durch den CIA zu verbergen.

Wegen eines solchen Vorgang erließ die Staatsanwaltschaft in München im vergangenen Monat Haftbefehl gegen 13 mutmaßliche CIA-Agenten.