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Prozess in Mailand wegen CIA-Entführung

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Prozess in Mailand wegen CIA-Entführung

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Erstmals in Europa wird eine mutmaßliche CIA-Entführung vor Gericht gebracht: Vor vier Jahren wurde der ägyptische Geistliche Abu Omar in Mailand auf offener Straße von CIA-Agenten überwältigt und nach Ägypten gebracht. Dies ermittelte die italienische Staatsanwaltschaft. Ägypten wurde er nach eigenen Angaben schwer gefoltert. Erst vor wenigen Tagen wurde er aus der Haft entlassen.

Abu Omar war seinerzeit Imam an einer Mailänder Moschee und wurde auch von der italienischen Justiz als Terrorverdächtiger angesehen. Nun entschied ein Mailänder Gericht, 26 CIA-Agenten den Prozess zu machen. Das Hauptverfahren soll am 8. Juni eröffnet werden.

Neben den Amerikanern sollen sich auch sechs Italiener wegen der Entführung verantworten, darunter der ehemalige Chef des italienischen Militär-Geheimdienstes, Nicolo Pollari. Er war wegen des Vorfalls entlassen worden. Die Verschleppung Abu Omars belastet seit längerem die Beziehungen Italiens zu den USA. Die US-Behörden hatten stets erklärt, der italienische Geheimdienst sei zuvor informiert worden, was der damalige Ministerpräsident Berlusconi bestreitet.

Am vergangenen Mittwoch kritisierte das Europaparlament Regierungen von EU-Mitglieds-Staaten, die geholfen hätten, Entführungen von Terrorverdächtigen zu verbergen. Wegen der Verschleppung eines Deutsch-Libanesen erließ die Staatsanwaltschaft in München im vergangenen Monat Haftbefehl gegen 13 mutmaßliche CIA-Agenten. Doch die USA lehnen Auslieferungen ab.