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Italien: Großdemonstration gegen Militärbasis und für den Frieden in der Welt

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Italien: Großdemonstration gegen Militärbasis und für den Frieden in der Welt

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Zehntausende Menschen haben am Samstag im norditalienischen Vicenza gegen den geplanten Ausbau der dortigen US-Militärbasis demonstriert. Die Polizei sprach von 25.000 Teilnehmern, die Organisatoren bezifferten deren Zahl mit mehr als 100.000. Zu der Kundgebung hatten vor allem kommunistische sowie linksautonome Organisationen aufgerufen. Beobachter werteten die Protestaktion auch als Zeichen des Widerstands gegen die Außenpolitik der Regierung unter Ministerpräsident Romano Prodi. Dieser hatte im Vorfeld Demonstrationen als “Salz der Demokratie” bezechnet – sofern sie gewaltfrei verliefen.

Die Aktivisten begründeten ihren Protest durchaus unterschiedlich. “Wir sind für den Frieden hier”, so ein Mann, “und wir wollen den Wald erhalten, statt eine Militärbasis zuzulassen, die symbolisch für den Tod von 150.000 Zivilisten im Irak steht.” Die Kundgebung richte sich nicht gegen die USA, erklärte eine Frau: ““Ich habe vor vielen Jahren in den USA gelebt, ich habe viele amerikanische Freunde. Ich bin absolut nicht gegen die USA, ich bin gegen das Prinzip der Gewalt.”

Die Regierung hatte rund 5000 Sicherheitskräfte mobilisiert, Polizeihubschrauber überwachten das Gelände aus der Luft. Schulen und Museen sowie zahlreiche Geschäfte in Vicenza blieben geschlossen – und die US-Botschaft hatte sogar alle Amerikaner aufgerufen, die Stadt an diesem Wochenende zu meiden. Plakate mit dem Aufruf “Yankee go home” waren allerdings nur vereinzelt zu sehen. Viele Menschen hingegen traten gegen den Krieg im Irak auf, oder marschierten unter regenbogenfarbenen Friedensfahnen – als deutliches Statement für den Frieden in der Welt.