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Das Ende der 61. italienischen Nachkriegsregierung


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Das Ende der 61. italienischen Nachkriegsregierung

Kein Jahr ist vergangen zwischen dem Optimismus des Wahlkämpfers Romano Prodi – und seinem Scheitern als Regierungschef.

Hätte er es nicht besser wissen können?
Schließlich war “il professore”, wie die Italiener den erst spät in die Politik eingestiegenen Wirtschaftswissenschaftler nennen, schon einmal von den eigenen Verbündeten gestürzt worden.

Was brachte diese bunte Truppe erneut zusammen?
War es die Freude an der Macht oder vielleicht mehr noch die Angst vor einer Wiederkehr des Populisten Berlusconi?
Gleich zwei Sorten Kommunisten, dazu Sozialdemokraten, Radikal-Liberalen und Wertkonservative….

Gestolpert sind sie über außenpolitische Verträge, die ihnen Berlusconi hinterlassen hat

Sollte der nun also recht behalten mit seiner höhnischen Bemerkung aus dem Wahlkampf, er glaube nicht, dass diese Leute zu richtigem Regieren fähig seinen, er betrachte sie nur als eine kurze Unterbrechung auf dem eigenen Weg zu Fortschritt und Freiheit…?

Hat Prodi aus den bitteren Erfahrungen von 1997 nichts gelernt?
Die Opposition erwuchs ihm doch wieder aus den eigenen Reihen!
Damals war es Fausto Bertinotti, der Chef der “Wiedergegründeten Kommunisten”, der Prodi über eine Haushaltsabstimmung in den Rücktritt trieb.
Der damalige Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro beauftragte Prodi noch einmal mit der Regierungsbildung –
bevor der endgültig aufgab und nach Brüssel ging.

Diesmal hat ihm Bertinotti bei der Abstimmung über den Afghanistaneinsatz ein Bein gestellt.

Streitpunkte gab es aber noch mehr in dieser politisch so bunten Regierung .

Richtig verlassen konnte sich Prodi von vorn herein ohnehin nur auf seine “Olivenbaum”-Freunde.
Das ist eine Allianz aus sozialdemokratischen und christ-demokratischen Kräften, die er 1995 gegründet hat.

So kommt nun also ins Protokoll:
61. italienische Nachkriegsregierung unter Romano Prodi – nach 9 Monaten gescheitert.

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