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Präsidentschaftswahlen in Senegal: 80-jähriger Staatschef hofft auf weitere Amtszeit

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Präsidentschaftswahlen in Senegal: 80-jähriger Staatschef hofft auf weitere Amtszeit

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In Senegal haben am Sonntag die Präsidentschaftswahlen begonnen. 14 Kandidaten treten gegen den 80-jährigen Amtsinhaber Abdoulaye Wade an. Er gilt als charmant und souverän und hat gute Chancen auf eine Wiederwahl – obwohl die Wirtschaft des Landes am Boden liegt und die Korruption überhand nimmt. “Wenn die Senegalesen meinen, dass ich zu alt bin, um etwas zu bewegen”, sagt Wade, “dann werden sie mich in den Ruhestand schicken.”

Einer von Wades aussichtsreichsten Herausforderern ist der Führer der sozialistischen Partei Ousmane Tanor Dieng. Der 60-jährige wird vor allem von seinen Gegnern als kühler Technokrat beschrieben und bemühte sich im Wahlkampf daher um mehr Volksnähe. Beobachtern zufolge könnte er aus einem zweiten Wahldurchgang als Sieger hervorgehen.

Aber auch der ehemalige Ministerpräsident Idrissa Seck könnte der nächste Präsident Senegals werden. Im Wahlkampf betonte Seck vor allem, dass es keinerlei Absprachen zwischen ihm und Wade gebe. Seck galt lange Zeit als Kronprinz des Präsidenten. 2005 saß er wegen des Verdachts der Veruntreuung sieben Monate im Gefängnis.

Das westafrikanische Land gilt als Modellstaat in Afrika. Seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich hat Senegal noch keinen Staatsstreich erlebt. Die Wirtschaftsdaten freilich sind verheerend: 25 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos, die Wachstsumsrate beträgt nur drei Prozent. Dazu kommt eine ausufernde Vetternwirtschaft mit kuriosen Folgen: 80 Prozent der Abgeordneten im senegalesischen Parlament können kaum lesen und schreiben.