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Am 22. April ist in Frankreich Präsidentenwahl

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Am 22. April ist in Frankreich Präsidentenwahl

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Francois Bayrou könnte in diesem französischen Präsidentschaftswahlkampf der “lachende Dritte” werden. Er führt die klassische Zentristenpartei “Union pour la Democratie Francaise” – UDF – die in der Nationalversammlung ganze 30 der 576 Abgeordneten stellt.

Ein einziges Mal schaffte es mit Valery Giscard d` Esting ein UDF-Mann ins höchste Staatsamt.
Das ist 33 Jahre her. An Bayrous Pult steht “ Pour une social-economie” , zu übersetzen wohl amtreffendsten mit: “Für eine sozialere Wirtschaft”

In einem Land, das seit Jahrzehnten auf strikte Rechts-Links-Konfrontation ausgerichtet ist, wirbt
der Zentrist mit einer Art “Sammelungsprogramm”, zu dem er Persönlichkeiten verschiedener Lager einläd. Sein Schlüsselwort lautet “redressement” – das kann man mit Belebung oder auch Sanierung übersetzen.

Damit fischt der Zentrist kräftig in fremden Gewässern. Der früh gestarteten und lange in den Umfragen führenden Kandidatin der Sozialisten könnte er mit seiner Idee einer “großen Koalition” nach deutschem Vorbild durchaus Stimmen abjagen.
Kein Wunder, dass sie diese Bayrou-Idee “gefährlich nennt. Die eben noch unversöhnlichen Rivalen bei den Sozialisten schließen die Reihen hinter ihrer Kandidatin mit markigen Sprüchen wie von Fabius
“ Le vote anti-Sarkozy, c´est le vote Segolene Royale”, zu deutsch: “ Gegen Sarkozy stimmen heisst Segolene Royal wählen.”
Die eigenen Anhänger reisst sowas mit.
Es gilt aber, die Unentschlossenen zwischen den Lagern zu gewinnen.

Dazu fliegt Innenminister Nicolas Sarkozy, der Parteichef und Präsidentschaftskandidat der konservativen UMP bis auf die fernen Sonnen-Inseln, die auch zu Frankreich gehören.
Er will nicht mehr nur den harten Mann für Recht und Ordnung geben. In seiner Programmrede hatte er sogar bei den Sozialisten gewildert, deren Traditionen von sozialer Gerechtigkeit zu nationalen Werten erhoben.

Rechts außen lässt Jean-Marie Le Pen seine Auftritte inszinieren wie große Oper.
Auch er hat die “soziale Botschaft” im Programm.
Vorbei die Zeiten von plumper Hetze gegen Einwanderer.
Sollte er es tatsächlich wieder in den 2. Wahlgang schaffen wie 2002, dann kann sich der Gegner freuen. Ihm ist eine solche Riesen-anti-le pen-Mehrheit sicher, wie sie Chirac vor 5 Jahren bekam.
Aber was – wenn der Zentrist Bayrou die erste Hürde nimmt????