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Die Probleme der ISAF

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Die Probleme der ISAF

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Die “International Security Assistence Force” – abgekürzt ISAF – ist seit Ende 2001 in Afghanistan im Einsatz. Und zwar auf der Grundlage der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrates. Geführt wird die ISAF von der NATO.

Bei deren jüngster Tagung Anfang Februar traten Differenzen über den Afghanistan-Kurs zutage. Für die USA, die die meisten Soldaten stellen, gilt: Vor dem Wiederaufbau müsse es Sicherheit geben. Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer fasste die Schlussfolgerungen aus dieser Position in die Wort:, “ Mehr Personal und Geld müssen in die Ausbildung gesteckt werden, die afghanische Armee und Polizei brauchen beide bessere Ausrüstungen. Die NATO-ISAF-Truppen werden aufgestockt, um bessere Bedingungen für Wiederaufbau und Entwicklung zu schaffen.”

Das erscheint mehr als logisch – schließlich steht die Frühjahrsoffensive der Taliban bevor, für die diese nach eigenen Angaben 6.000 Kämpfer bereitstehen haben. Die NATO bereitet sich ihrerseits auf neue Kämpfe vor.

Mit der Übernahme der Führung durch die NATO erweiterte die ISAF Ende Juli 2006 ihren Verantwortungsbereich auch auf den Süden des Landes. Laut UN-Mandat soll diese Schutztruppe die Etablierung demokratischer Strukturen absichern, der Zentralregierung die Machtausübung ermöglichen. In der Realität aber sind die Soldaten aus 37 Ländern schon voll damit ausgelastet, überhaupt die Existenz dieser Regierung zu sichern.

Die deutschen Einheiten sind nach wie vor im Norden rund um die Basis Kundus konzentriert Italiener sind im Westen stationiert, Franzosen in der Hauptstadt Auf mehr als 35.000 Mann ist die ISAF-Truppe angewachsen, nachdem der NATO-Rat im September 2006 beschlossen hatte, die Mission auch auf den Osten des Landes auszudehnen.

Jeder ISAF-Soldat hat eine Karte in der Tasche, auf der in Landessprache steht, er sei einzig zum Schutz des Wiederaufbaus in Afghanistan. Die vielen Proteste zeigen, dass die Soldaten die einheimische Bevölkerung immer weniger davon
überzeugen können.