Eilmeldung

Eilmeldung

Internationaler Gerichtshof beschuldigt sudanesischen Ex-Minister wegen Kriegsverbrechen

Sie lesen gerade:

Internationaler Gerichtshof beschuldigt sudanesischen Ex-Minister wegen Kriegsverbrechen

Schriftgrösse Aa Aa

Der ehemalige sudanesische Innenminister, Ahmed Mohammed Harun, soll für Gräueltaten gegen Zivilisten in der Krisenregion Darfur verantwortlich sein. Das hat der Anklagevertreter beim Internationalen Strafgerichtshof, Luis Moreno-Ocampo, bekannt gegeben. Zudem beschuldigte Moreno-Ocampo Ali Kuschaib, den Kommandeur der arabischen Reitermilizen. “Ihre Strategie beinhaltete die gewaltsame Entvölkerung ganzer Dörfer”, so der Anklagevertreter. “Dabei arbeiteten Harun und Kuschaib mit anderen zusammen, mit dem gemeinsamen Ziel, Zivilisten anzugreifen.”

Kuschaib befindet sich seit November wegen Verstößen gegen sudanesische Gesetze in Khartum im Gefängnis. Den Dschandschawid-Reitermilizen wird seit langem vorgeworfen, mit Rückendeckung der Regierung in Khartum gegen die Bevölkerung in Darfur vorzugehen. Der Internationale Strafgerichtshof wird nun entscheiden, ob ein Verfahren gegen Harun und Kuschaib wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eröffnet wird. Die sudanesische Regierung kündigte bereits an, die Autorität des Gerichtshofs nicht anzuerkennen.