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Mehr Gelder für europäische Forschung

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Mehr Gelder für europäische Forschung

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Das ist John Mather. Er ist Physiker und einer der drei Amerikaner, die 2006 den Nobelpreis gewonnen haben. In den letzten zehn Jahren kommen die Preisträger fast ausschliesslich aus amerikanischen Forschungseinrichtungen. Wie der Chemiker Roger Kornberg, der 2006 mit dieser Auszeichnung belohnt wurde.

In den vergangenen 40 Jahren kam die überwältigende Mehrheit der Nobelpreisträger aus den Vereinigten Staaten. Mehr als zweihundert Mal ging der Preis nach Nordamerika, während sich Europa mit 75 Auszeichnungen zufriedengeben musste.

Das war nicht immer so. In der Zeit von 1917 bis 1926 forschte das Gros der Physik-Nobelpreisträger in europäischen Instituten. Max Planck, Charles Edouard Guillaume und Albert Einstein waren die grossen Namen.

Dabei hat Europa auch in jüngerer Zeit beispielsweise in der Grundlagenforschung einige Fortschritte erzielt. 35 Prozent der Veröffentlichungen im Bereich der Nanowissenschaften kamen in den 1990er Jahren aus EU-Mitgliedsstaaten.

Doch es hapert vor allem an der Finanzierung. Nur noch gut 27 Prozent der europäischen Staatsausgaben fliessen in Forschung und Entwicklung. Damit ist Europa auf den dritten Platz abgerutscht – hinter Nordamerika und Asien. Um sich erneut in Position zu bringen, will die EU bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung investieren. Das forderten auch französische Wissenschaftler bei ihrer grossen Protestbewegung vor drei Jahren. Denn solange die Forschungsbedingungen nicht erheblich verbessert werden, werden die grossen Köpfe weiter auswandern – dorthin, wo sich ihre Forschungsergebnisse in Nobelpreise verhandeln können.