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Sojus startet demnächst vom Äquator

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Sojus startet demnächst vom Äquator

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Bisher starteten Sojus-Raketen zumeist aus Baikonur in der kasachischen Steppe – Ende 2008 sollen sie auch aus Sinnamary in Französisch-Guyana starten. Die Vorbereitungen für diese russisch-europäische Zusammenarbeit sind in Form eines riesigen Bauplatzes zu besichtigen.

Seit Jahren hatte die europäische Raumfahrtagentur ESA mit der russischen “Roskosmos” verhandelt. Für die Russen liegt ihr historischer Weltraumbahnhof Baikonur jetzt im Ausland.Und Hausherr Kasachstan verlangt nicht wenig Miete.Also einigte man sich mit den Europäern, wie deren Projektleiter Jean marc Astorg erklärt:
“ Für den Erfolg des Projektes bedurfte es langer Diskussionen zwischen den russischen und europäischen Fachleuten.
Jedes Detail musste einzeln festgeschrieben werden, nicht einfach angesichts unterschiedlicher
Sprachen und Kulturen. Aber am Ende gelten die Gesetze der Physik in Russland ebenso wie in Europa.”

Die Russen bringen ihre enorme technologische Erfahrung ein. 1957 hatte sie von Baikonur aus die erste Interkontinentalrakete gestartet, im gleichen Jahr den ersten Sputnik. Bis heute summiert sich das auf 1.718 Starts.

Baikonur hat aber gegenüber Französisch-Guyana einen geografisch-physikalischen Nachteil. Es ist zu weit vom Äquator entfernt. Dadurch bekommen die in der kasachischen Steppe gestarteten Raketen weniger Schwung aus der Rotation der Erde als jene, die in Äquatornähe starten. Der Unterschied lässt sich hochrechnen auf ein Drittel mehr Nutzlast, die eine Sojusrakete mit gleicher Treibstoffmenge ins All befördern kann.

Drei Tonnen statt bisher zwei Tonnen – den wirtschaftlichen Nutzen kann man gar nicht hoch genug einschätzen angesichts der vielen “Lohnfuhren ins Weltall” , die alle möglichen Firmen in Auftrag geben.