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Krawalle in Kopenhagen gehen weiter

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Krawalle in Kopenhagen gehen weiter

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In Kopenhagen hat eine Gruppe Autonomer die Parteizentrale der dänischenSozialdemokraten besetzt. Sie begründeten die Aktion damit, daß die sozialdemokratische Oberbürgermeisterin von Kopenhagen die Zwangsräumung eines Jugendzentrums veranlasst habe.

Die Besetzung verlief friedlich, die Jugendlichen verließen das Gebäude, nachdem sie der Parteivorsitzende dazu aufgefordert hatte.

Nach der Räumung des Jugendzentrums war es am Donnerstagabend zu schweren Krawallen gekommen. Dabei waren fünf Menschen verletzt worden.

Die Polizei nahm mehr als zweihundert Jugendliche fest, darunter mehrere Deutsche. Gegen 34 Besetzter des geräumten Jugendzentrums wurden jeweils 4 Wochen Untersuchungshaft verhängt.

Auch am Morgen gab es noch vereinzelte Zwischenfälle; so wurden erneut Autos in Brand gesetzt. In Oslo, Stockholm, Hamburg und Hannover kam es zu Sympathiekundgebungen. In Hamburg kam es dabei zu Ausschreitungen im Schanzenviertel. Die Grenzkontrollen zwischen Dänemark und Deutschland wurden
verschärft.

Das Gebäude war schon Anfang der achtziger Jahre von Autonomen besetzt worden. Mit Duldung der Stadt wurde es zur Anlaufstelle der Underground-Szene. Dann wurde es von einer christlichen Sekte gekauft, die die Räumung des Gebäudes forderte.