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Tschetschenisches Parlament beruft Kadyrow zum Präsidenten

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Tschetschenisches Parlament beruft Kadyrow zum Präsidenten

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Das Parlament von Tschetschenien hat den bisherigen Regierungschef Ramsan Kadyrow zum Präsidenten der russischen Teilrepublik berufen. Für den offiziellen Kandidaten des Kremls stimmten 56 von 58 Abgeordneten. Der 30-jährige ist der Sohn des einstigen Präsidenten Achmat Kadyrow, der im 2004 bei einem Attentat ums Leben kam. Im ersten Tschtetschenienkrieg Mitte der Neunziger Jahre kämpften die Kadyrows noch mit den Rebellen gegen russische Eliteeinheiten; später wechselten sie die Seiten.

Unterdessen traf der Menschenrechts-Kommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, in Moskau ein, nach einem dreitägigen Besuch Tschetscheniens. Am Donnerstag erklärte er auf einer Menschenrechtler-Konferenz in der Hauptstadt Grosny, er habe sich davon überzeugen können, dass in tschetschenischen Gefängnissen gefoltert werde, und dies nicht nur in Einzelfällen.

Bei einer Pressekonferenz in Moskau forderte Hammarberg nun die Einrichtung einer Kommission, um das Schicksal der Verschwundenen und weitere Verbrechen so weit wie möglich aufzuklären.
Menschenrechtler werfen dem neuen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow wird vor, mit seiner mehrere tausend Mann starken Truppe für zahlreiche dieser Verbrechen verantwortlich zu sein.