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Esten wählen neues Parlament

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Esten wählen neues Parlament

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In Estland wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Rund 950 000 Wahlberechtigte entscheiden über ihren künftigen Ministerpräsidenten. Derzeit wird die baltische Republik von einer Drei-Parteien-Koalition unter Ministerpräsident Andrus Ansip geführt. Laut Umfragen dürfen Ansips liberale Reformpartei und die linke Zentrumspartei von Wirtschaftsminister Edgar Savisaar auf die meisten Stimmen hoffen. Der Einzug in den künftigen Reichstag könnte bis zu sechs Parteien gelingen. Erstmals können die Esten per Internet abstimmen. Präsident Toomas Ilves zieht jedoch die herkömmliche Methode vor. Er schwärmte jedoch davon, dass Estland technologisch sehr fortgeschritten sei. Bislang nutzten knapp drei Prozent der Wahlberechtigen die Möglichkeit der Abstimmung per Internet. Das Projekt “elektronische Demokratie” findet auch international große Beachtung. Die Studentin Eva-Liis Ivask sagt, ihre 80-Jährige Oma habe ebenfalls von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Ihre Einkäufe können die Esten per Handy tätigen und bezahlen, auch gebührenpflichtige Parkplätze können per Telekom verbucht werden. Trot aller Wahlkampganen: Wegen mehrerer innenpolitischer Skandale ging die Wahlbeteiligung in jüngerer Zeit zurück; bei den Parlamentswahlen 2003 lag sie bei lediglich 58 Prozent.