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Kampf um Endesa gerät in politische Auseinandersetzung - E.ON weiter unter Druck

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Kampf um Endesa gerät in politische Auseinandersetzung - E.ON weiter unter Druck

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Der Kampf um den spanischen Stromkonzern Endesa wird immer mehr zum Politikum. Die konservative Opposition in Madrid reichte wegen des überraschenden Einstiegs des italienischen Versorgers Enel bei Endesa eine Beschwerde bei der Börsenaufsicht CMV ein.

Darin werden der Regierung Zapatero und der halbstaatlichen Enel illegale Absprachen nach Mafia-Manier vorgeworfen. Italiens Ministerpräsident Romano Prodi wies dies gegenüber EuroNews zurück. Es gebe keine industriepolitische Achse, sondern lediglich eine gute Zusammenarbeit.

Der Einstieg Enels bei Endesa droht die Übernahme des spanischen Unternehmens durch den deutschen E.ON-Konzern zu torpedieren. Zusammen mit dem E.ON-feindlichen Aktionär Acciona und der neutralen Sparkasse Caja Madrid könnte Enel die E.ON-Offerte zum Platzen bringen.

Die spanische Regierung wies jeden Verdacht von sich, sie habe hinter den Kulissen gegen den deutsche Branchenriesen intrigiert. Industrieminister Joan Clos erklärte, Madrid wolle gegenüber Anlegern und Märkten eine größtmögliche Transparenz.

Unterdessen sucht E.ON nach Möglichkeiten, die schon sicher geglaubte Übernahme unter Dach und Fach zu bringen. Den am Wochenende von Goldman Sachs ins Spiel gebrachte Einstieg bei Enel zieht Vorstandschef Wuld bernotat gegenwärtig offenbar nicht in Betracht. Presseberichten zufolge erwägt der Düsseldorfer Konzern zwar rechtliche Schritte gegen verschiedene Beteiligte, will vorerst aber keine Enel-Aktien kaufen.

Das E.ON-Angebot für Endesa läuft noch bis Ende März.