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Zivilisten in Afghanistan getötet

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Zivilisten in Afghanistan getötet

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Wut auf die ausländischen Truppen, Wut auf ihren Präsidenten, der sie ins Land gelassen hat: Das ist die Stimmung unter diesen Menschen in der Nähe von Dschalalabad, im Osten von Afghanistan. Auslöser für ihre Wut ist der Tod mehrerer Zivilisten, nach einem Selbstmordanschlag auf einen amerikanischen Militärkonvoi. Nach US-Angaben wurden die Soldaten auch beschossen und erwiderten das Feuer. Inzwischen spricht die Armee von acht toten Zivilisten; zuerst war von sechzehn die Rede. Einen Grund für die Änderung nannte sie nicht.

Den Familien der Opfer wäre das auch ziemlich egal: Ein Mann besucht im Krankenhaus einen Jungen. Der habe Schafe gehütet, sagt er, ein anderes Kind sei auch noch dabei gewesen. Ausländische Soldaten hätten auf sie geschossen, genauso wie auf Autos und auf jeden, den sie gesehen hätten.

Afghanische Behörden vor Ort machen die USA für die meisten oder sogar alle Opfer verantwortlich. Die amerikanische Armee lässt aber offen, wieviele Opfer durch Schüsse starben und wieviele durch den Selbstmordanschlag.

Inzwischen kündigen im afghanischen Süden die Taliban-Rebellen die erwartete neue Offensive an. Der Bevölkerung dort legen sie nahe, sich von ausländischen und Regierungstruppen fernzuhalten. Bei neuen Kämpfen im Süden starben durch Taliban-Raketen zwei britische Soldaten. Damit wurden in diesem Jahr in Afghanistan 22 ausländische Soldaten getötet.