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Charme-Offensive per Internet

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Charme-Offensive per Internet

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Russlands Erster Vizepremierminister Dmitri Medwedew hat erstmals Fragen von Internetbenutzern beantwortet. Die interaktive Fragestunde mit der Bevölkerung wurde live im Fernsehen übertragen. Im Vordergrund standen die so genannten «Nationalen Projekte», milliardenschwere Förderprogramme aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wohnungsbau und Landwirtschaft.

Dieses Format ist nichts Neues für Russland. Neu ist aber, dass nicht Präsident Wladimir Putin sich dem Volk stellt, sondern einer seiner potenziellen Nachfolger.

Der 42-jährige Medwedew und derzeitige Verwaltungsratschef von Gasprom gilt seit langem als Anwärter auf das Präsidentenamt. In Meinungsumfragen erscheint der Jurist mit dem liberalen Image als populärster Nachfolgekandidat bei den Wahlen im März kommenden Jahres. 32 Prozent der Russen würden für ihn stimmen.

Im Rating der Kremlauguren liegt dagegen der ehemalige Verteidigungsminister und Sergej Iwanow vorne. Er steht seit seiner Ernennung zum zweiten Ersten Vizepremierminister formal auf der selben Stufe und gilt als Hardliner im Kreml. Jüngsten Umfragen zufolge konnte er jedoch nur 27 Prozent der Stimmen hinter sich vereinen.