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20 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020: EU einigt sich auf hehre Ziele

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20 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020: EU einigt sich auf hehre Ziele

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Mit dem bisher ehrgeizigsten Klimaschutzplan der EU hat Angela Merkel ihre Feuertaufe als Gipfel-Chefin bestanden. Für die Zeit nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls, bis 2020, will die EU ihren Treibhausgasausstoß um zwanzig Prozent senken. Ziehen die anderen Industriestaaten mit, sollen es dreißig Prozent sein. Bis 2050 peilt die EU bei allen Industriestaaten eine Senkung um 60 bis 80 Prozent an.

Für die erneuerbaren Energien wie Wind-, Sonnen- oder Wasserenergie legten die Staats- und Regierungschefs einen verbindlichen Anteil von ebenfalls zwanzig Prozent bis 2020 fest. Innerhalb dieses Gesamtziels können die Mitgliedsstaaten aber unterschiedliche Ziele für ihren nationalen Energie-Mix setzen, also auch mit Kernenergie die Bilanz verbessern.

Doch wird diese nicht als erneuerbare Energie gerechnet, stellte Merkel klar: “Es ist wichtig, dass die erneuerbaren Energien die erneuerbaren Energien sind und nichts Anderes. Und dass damit ein wirklicher Technologieschub und Innovationsschub möglich werden wird. Und wir haben natürlich gesagt, wir müssen die Ausgangspunkte betrachten, die Länder haben sehr unterschiedliche Traditionen. Es muss geschaut werden, wie sind die Gegebenheiten in den einzelnen Ländern.”

Durch diese Kompromissformel brach Merkel auch gleich zu Anfang den Widerstand ihres französischen EU-Partners Jacques Chirac, der als Präsident einer Atomstrom-Nation ursprünglich die Kernenergie mit als Maßnahme verbriefen wollte – was etliche andere strikt ablehnten.

“Frankreich hat darauf bestanden, die eneuerbaren Energien in den breiteren Rahmen der kohlenstoffarmen Energien einzuordnen. Dazu gehört natürlich auch die saubere Kohle, die aber noch einige Investitionen benötigt, um markttauglich zu sein, und die Nuklearenergie”, erklärte Chirac nach dem Gipfeltreffen.

Auch wenn sie einigen Regierungschefs nicht weit genug geht: Bei der ambitionierten Einigung hatten die Gipfelteilnehmer gut lachen. Nun werden sie aber noch beweisen müssen, ob sie die Ziele auch erreichen. Mit den Kyoto-Zielen tut sich die EU schwer.