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Sarkozy will "Einwanderer-Ministerium"

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Sarkozy will "Einwanderer-Ministerium"

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Kaum ist er in Umfragen leicht in der Wählergunst gesunken, hat er eine Idee, die für Zündstoff sorgt: Frankreichs Innenminister und Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy will ein Ministerium für Einwanderungsfragen und Nationale Identität einrichten. Das teilte er bei einer Gedenkfeier in Caen mit: “Wie können wir die Menschen, die zu uns kommen, integrieren, wenn sie nicht wissen, wer wir sind”, so Sarkozy, “was ist Frankreich, was sind unsere Werte? Wir haben die Pflicht, ihnen das mitzuteilen.” Nach Auffassung des Kandidaten der liberalen UDF, Francois Bayrou, der in den Umfragen nur noch zwei Prozentpunkte hinter Sarkozy liegt, hat der konservative Kandidat eine Grenze überschritten. Nach Bayrous Auffassung müsse man sich daran erinnern, dass Frankreich eine Republik sei, und dass diese Republik Prinzipien habe. Das erste sei, dass die Nation sich nicht über die Rasse definiere. Sozialisten-Chef Francois Hollande ging noch einen Schritt weiter und warf Sarkozy vor, auf Stimmenfang bei den Wählern der Rechtsextremen zu gehen. Warum man jetzt das Thema Einwanderung und nationale Identität aufbringe, fragt Hollande, die Wortwahl, die Instrumentalisierung des Vokabulars, deuteten wohl darauf hin, dass man ein Auge auf die Thesen der Front National und der Rechtsextremen geworfen habe. Hollands Ehefrau, die Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten ,Ségolène Royal, besuchte unterdessen traditionsgemäß die Landwirtschaftsmesse in Paris. Ihr Sprecher nannte Sarkozy ein “Derivat” des rechtsextremen Jean-Marie Le Pen.