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Frankreich: Nach Chirac-Abschied unterstützt Villepin Präsidentschaftskandidatur von Sarkozy

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Frankreich: Nach Chirac-Abschied unterstützt Villepin Präsidentschaftskandidatur von Sarkozy

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Im französischen Präsidentschaftswahlkampf hat sich Premierminister Dominique de Villepin hinter den konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy gestellt. Villepin hatte allerdings lange gezögert, schließlich galt Sarkozy als sein Erzrivale. Sarkozy selbst würdigte den Abschied von Staatspräsident Jacques Chirac, der zuvor erklärt hatte, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. “Chirac hat ein neues Kapitel in seinem Leben aufgeschlagen”, sagte Sarkozy, “aber damit auch in unserem und in meinem. Ich kenne ihn seit 30 Jahren und habe dies als bewegenden und würdigen Moment empfunden.” Chirac selbst versprach, sich weiterhin für die Franzosen einzusetzen und für Gerechtigkeit, Fortschritt, Frieden und Frankreichs Größe zu kämpfen. Unklar ist noch, ob Chirac Sarkozy unterstützen wird. Der Noch-Präsident will seinen Favoriten in den kommenden Tagen bekannt geben, sobald die offiziellen Kandidatenlisten vorliegen.

Rechtspopulist Jean-Marie Le Pen, der noch um seine Kandidatur bangt, sagte, Chirac werde als schlechtester Präsident in die Geschichte Frankreichs eingehen. Am Ende seiner 12jährigen Amtszeit hinterlasse er das Land in einer katastrophalen Situation. In der Bevölkerung hat Chirac hingegen nach wie vor einige Fans. Ein großer Staatschef sei Chirac, findet ein Passant: “Jemand, der Beziehungen knüpfen konnte, die über Europas Grenzen hinausgehen, vor allem nach Afrika.” Ein anderer Mann findet Chiracs Abschied nach zwei Amtszeiten logisch: “Man muss für die Jüngeren Platz machen.” Die Presse bleibt allerdings zurückhaltend. Chirac habe sich kein großes Denkmal setzen können, so der Tenor, er habe weder große Reformen verwirklicht noch neue gesellschaftspolitische Impulse gesetzt.